Achtung: Informationen
zur aktuellen Rechtslage für
die
Eigenherstellung
von
Thymus-Peptiden durch einen Arzt die sich aus der
der am 23. Juli 2009
in Kraft getretenen
Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) ergibt
hier
Thymustherapie
Die Evolution der Thymusdrüse - Vor 500 Millionen Jahren
ist das
Organ erstmals bei Haien nachweisbar
T-Lymphozyten spielen im Körper eine zentrale Rolle und
übernehmen bei der Immunabwehr vielfältige Aufgaben. Ihre
Reifung und
Ausdifferenzierung findet in der Thymusdrüse statt, die beim
Menschen oberhalb des Herzens liegt. Einer Arbeitsgruppe um
Thomas Boehm vom Max-Planck-Institut für Immunologie in
Freiburg ist es nun gelungen, entscheidende evolutionäre
Schritte aufzuklären, die zur Ausbildung der Thymusdrüse
führten. (Cell, Online-Vorabpublikation, 25. Juni 2009)
Die Ergebnisse sind nicht nur stammesgeschichtlich
interessant,sondern auch von medizinischer Bedeutung, da sie helfen,
Aufbau und Funktion dieses wichtigen Organs besser zu
verstehen. Fehlfunktionendes Thymus können zu schweren
Immunerkrankungen führen.
Fast alle heute lebenden Wirbeltiere verfügen über ein
adaptives
Immunsystem, das den Körper gegen unerwünschte Eindringlinge
wie
Bakterien, Viren oder auch körpereigene entartete Zellen
schützt. Eine zentrale Rolle dabei spielen die T-Lymphozyten
(T-Zellen), die
körperfremde Moleküle (Antigene) erkennen und eine gezielte
Immunabwehr in Gang setzen. Die Vorläufer der T-Zellen
stammen aus dem Knochenmark. Von dort aus wandern die noch
unreifen Lymphozyten in den Thymus, ein zentrales Organ des
Immunsystems. Dort differenzieren sie sich zu einer Vielzahl
von
T-Zellen mit unterschiedlichen Aufgaben aus, bevor sie
als reife Zellen in den gesamten Körper entlassen werden.
Hier spüren sie Antigene auf. All dies wird durch
einkomplexes Zusammenspiel verschiedener Gene gesteuert.
Über die Evolution dieses ausgeklügelten Systems war bisher
allerdings wenig bekannt.
Einer Arbeitsgruppe um Thomas Boehm vom Max-Planck-Institut
für
Immunologie in Freiburg ist es nun gelungen, entscheidende
evolutionäre Schritte aufklären: Der Thymus entstand danach
auf der Basis alter genetischer Netzwerke. Um das
herauszufinden, untersuchten die Wissenschaftler Chordatiere
unterschiedlicher evolutionärer Entwicklungsstufen. Dazu
gehören neben den Wirbeltieren unter anderem auch die
Schädellosen - kleine fischförmige Tiere ohne
knöchernen Schädel - deren heute noch lebende Vertreter die
Lanzettfischchen sind. Anhand vergleichender Genom- und
Expressionsanalysen an Lanzettfischchen, Neunaugen und Haien
entwickelten die Forscher Modelle und testeten sie an
Knochenfischen. Auf diese Weise konnten sie die Evolution des
Thymus rekonstruieren.
Wie die Max-Planck-Wissenschaftler bereits vor einigen
Jahren
herausfanden, ist für die Ausbildung des Thymus der
Transkriptionsfaktor Foxn1 entscheidend. Nun zeigte sich,
dass das
Foxn1-Gen innerhalb der Wirbeltiere zum ersten Mal bei Haien
auftritt
- zeitgleich mit einem anatomisch nachweisbaren Thymus. Die
Entstehung des Organs lässt sich somit auf einen Zeitpunkt
vor etwa 500 Millionen Jahren datieren. "Erste Vorläufer des
Foxn1-Gens treten aber schon bei stammesgeschichtlich älteren
Chordatieren wie Lanzettfischchen und Neunaugen auf", erklärt
Thomas Boehm. Genprodukte ließen sich im Schlundgewebe
nachweisen - eine Erklärung, warum sich der Thymus in dieser
Region entwickelt hat.
Voll ausdifferenzierte T-Lymphozyten finden sich in diesem
Areal
allerdings erst bei höheren Wirbeltieren. Die
Wissenschaftler
vermuteten deshalb, dass beim Übergang zu höheren
Wirbeltieren
zusätzliche genetische Faktoren hinzukamen, die Lymphozyten
in diese Region "lockten". Vergleichenden Genomanalysen und
funktionelle Untersuchungen erbrachten den Nachweis:
Spezielle Chemokine, kleine Signalproteine, lösten die
Wanderungsbewegung der Lymphozyten aus. Sie sind entscheidend
für die Besiedlung der Region durch Lymphozyten -und somit
für die Entwicklung von T-Zellen und Thymus.
"Die Ergebnisse zeigen, wie auf der Grundlage alter
genetischer
Netzwerke ein neues Organ entstehen kann", sagt Thomas
Boehm. Die neuen Ergebnisse sind auch von medizinischer
Bedeutung: "Die
genetischen Grundlagen zu erforschen, die zur Evolution des
Thymus
führten, hilft uns, dieses wichtige Organ besser zu
verstehen",
erklärt der Wissenschaftler. Die Forscher hoffen daher, dass
ihre
Ergebnisse auf lange Sicht auch Patienten mit
Immunerkrankungen zugute kommen, die an mangelnder
Infektabwehr leiden.
Originalveröffentlichung:
Baubak Bajoghli, Narges Aghaallaei, Isabell Hess, Immanuel
Rode,
Nikolai Netuschil, Boon-Hui Tay, Byrappa Venkatesh, Jr-Kai
Yu, Stacy
L. Kaltenbach, Nicholas D. Holland, Dagmar Diekhoff,
Christiane Happe, Michael Schorpp, Thomas Boehm
Evolution of Genetic Networks Underlying the Emergence of
Thymopoies Cell, Online-Vorabpublikation 25. Juni 2009, DOI:
10.1016/j.cell.2009.04.017
Weitere Informationen erhalten Sie von:
Prof. Dr. Thomas Boehm
Max-Planck-Institut für Immunbiologie, Freiburg
E-Mail: boehm(at)immunbio.mpg.de
Zu dieser Mitteilung finden Sie Bilder unter der
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http://idw-online.de/pages/de/image94586
Das Foto zeigt einen Querschnitt durch den Kiemenbereich
eines jungen Hais. Der Thymus ist blau angefärbt.
Die gesamte Pressemitteilung inkl. Bilder erhalten Sie
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Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter:
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